Turnierhundsport

 

Seit den Anfängen vor über 30 Jahren hat sich der Turnierhundsport inzwischen zu einer festen Größe im Angebot vieler Hundesportvereine entwickelt. Seine passende Kurzbeschreibung dürfte wohl "Leichtathletik mit Hund" lauten. Ein Grund für den Erfolg: THS ist grundsätzlich für Menschen jeden Alters und für Hunde aller Rassen möglich. Unterteilt wird in männlich und weiblich und unterschiedlichen Altersklassen, damit die sportliche Fairness gewährleistet wird.
Unter dem Oberbegriff werden, ähnlich wie in der Leichtathletik, eine Reihe von eigenständigen Disziplinen zusammengefasst:

Leichtathletik mit Hund:
a. Vierkampf, in drei Leistungsstufen (Vierkampf 1, 2 und 3)
b. Geländelauf 1.000 m, 2.000 m und 5.000 m
c. CSC - Combinations-Speed-Cup

Dieses breit gefächerte Angebot bietet ideale Möglichkeiten zu spontanen, spielerisch aufgebauten sportlichen Handlungen zusammen mit dem Hund. Sport mit dem Hund macht einfach allen Beteiligten Spaß. Turnierhundsport bedeutet aktive Gestaltung der Freizeit und steht für die Begriffe Erholung, sportliche Ertüchtigung, Wettkampferlebnis, Erfolg und Niederlage. Durch differenzierte Anforderungen an das Leistungsvermögen der Teams wird die Hemmschwelle zum Einstieg in den Hundesport drastisch gesenkt und schafft nicht zuletzt auch für unsere Kinder und Jugendlichen eine attraktive Freizeitgestaltung mit Ihren Vierbeinern unter Gleichgesinnten.
Kurz gesagt, Hundesport ist die schönste Nebensache der Welt.
Die einzelnen Übungen haben messbare Leistungsanforderungen und sind dem natürlichen Lernverhalten und dem Leistungsvermögen von Hund und Halter angepasst.
Das schönste ist, alle Disziplinen des Turnierhundsports sind so aufgebaut, dass sie mit Hunden aller Größen und Veranlagung ausgeführt werden können; aber da der Mensch ebenfalls sportlich sein sollte, gibt es für diesen, wie in der Leichtathletik Altersklassen und Geschlechtertrennung in einer nach oben offenen Wertungsskala. Unter dem Motto "Fit und gesund, durch Sport mit dem Hund" vereint der Turnierhundsport heute das gesamte Spektrum vom Breitensport bis hin zum Spitzen(Hunde)sport. 


a) Vierkampf

Die Königsdisziplin in dieser Sportart, oder anders gesagt: was der Zehnkampf in der Leichtathletik darstellt, ist der Vierkampf im Bereich Turnierhundsport.

Insgesamt gehören die Übungsteile: Gehorsam, Hindernislauf, Slalom und Hürdenlauf zu dieser Art Körperertüchtigung für Mensch und Hund.

Gehorsamsübung
Ohne Gehorsam läuft im Hundesport gar nichts, also gehören zum Beispiel die Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz- und Platzübung und beim Vierkampf 2 und Vierkampf 3 auch die Stehübung selbstverständlich als ein Übungsteil zum Vierkampf. Bewertet wird nach einem festgelegten Schema nach der Prüfungsordnung. Maximal können 60 Punkte erreicht werden.

Hürdenlauf
Der Hürdenlauf wird in einem Durchgang ausgeführt. Auf 60m muss der Hund im Vierkampf 1 vier Hürden mit einer Höhe von 30 cm überwinden. Der HF läuft unmittelbar rechts parallel neben oder wahlweise auch über den Hürden mit. Nach den ersten beiden Hürden ist eine Wendestange zu umrunden.
Zur Wertung kommt die benötigte Zeit, wobei natürlich Fehler auf die Laufzeit aufaddiert werden. Der Hund darf an der Leine geführt werden.
Im Vierkampf 2 ist der Hürdenlauf fast identisch. Nur muss der Hundeführer nun die Hürden mit überlaufen. Die Höhe variiert nach den Altersklassen zwichen 30 und 40 cm.
Schwieriger wird es nun aber im Vierkampf 3. Die Laufstrecke erhöht sich auf 80 m und es müssen nun 6 Hürden überlaufen werden. Wie auch im Vierkampf 2 ist die Höhe abhängig von der Altersklasse und variiert zwischen 30 und 40 cm.
Im Vierkampf 2 und 3 darf der Hund nicht mehr an der Leine geführt werden.

Slalomlauf
Es ist schon faszinierend, sich das gekonnte Zusammenspiel von Herrchen/Frauchen und Hund anzuschauen, wenn sie gemeinsam den 55-75 Meter langen und in den Slalomtoren 1,40 Meter breiten ZickZack-Kurs bewältigen. Um Strafpunkte zu vermeiden, müssen Hundeführer und Hund die Tore passieren und keine Stange auslassen. Zwei Wertungsdurchgänge fließen in die Ergebnisermittlung ein.
Die Länge des Pacours richtet sich auch hier nach dem Leistungsprinzip. Die Teams müssen im VK1 eine Gesamtstrecke vonn 55m bewältigen, im VK2 sind es 65m und im VK3 sogar 75m. Im Vierkampf 1 darf der Hund an der Leine geführt werden.

Hindernislauf
Auch diese Strecke ist wieder 75 Meter lang,aber wie zum Beispiel eine Joggingstrecke mit Hürde, Treppe, Tunnel, einem 65 Zentimeter hohen Laufdiel, einem Reifen, einem Hoch-Weit-Sprung, erklettern oder durchkriechen die Hunde diese, der Hundeführer darf hingegen neben den Geräten laufen.
Kaum zu glauben, aber trotz aller zu überwindenden Hindernisse ist der Hund meistens noch eher am Ziel als Herrchen/Frauchen und die ringen -dort angekommen - ganz schön nach Luft, spätestens nach dem zweiten Wertungsdurchgang. 


b) Geländelauf

Da fast jeder gesunde Hund, egal ob Rassehund oder Mischling, groß oder klein, von sich aus die Voraussetzungen zum Lauftraining mitbringt, ist der Einstieg in diese THS Disziplin verhältnismäßig einfach. Der Geländelauf ist nicht nur ein Erlebnis für beide, sondern fördert auch die Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden, den Ausgleich zu der oft monotonen Tätigkeit im Berufsleben. Geländelauf mit dem Hund ist so richtiges Abschalten von den vielen Dingen des Alltags. Die Laufstrecke, häufig durch Wald und Flur und selten asphaltiert, wird mit angeleinten Hund bewältigt. Im Idealfall läuft der Hund ohne zu ziehen oder zu zerren an lockerer Leine neben seinem Zweibeiner. Auch hier sind - wie in den anderen Disziplinen -Gehorsam und sozialverträgliches Verhalten des Hundes Grundlage und Garant für Spaß und Erfolg. Unterteilt wird der Geländelauf in 1000, 2000 und 5000 Meter. 


c) CSC - Combinations-Speed-Cup

Wenn ein CSC-Parcours aufgebaut wird, gibt es richtige Wettkampfstimmung. Drei Hundeführer sind mit ihren Hunden am Start. Hier geht es um Tempo, Gehorsam, Sozialverträglichkeit der Hunde - trotz hoher Anspannung -und um Führigkeit. Der Parcours ist in drei Sektionen, gespickt mit Hindernissen, Slalomtoren und Wendestangen aufgeteilt und jeder Hundeführer steht mit seinem Hund an der ihm zugewiesenen Startposition und darf dort erst dann loslaufen, wenn der vorherige Läufer sein Ziel erreicht hat. Ähnlich den Staffelläufen in der Leichtathletik, jedoch ohne Staffelübergabe, laufen die Spielregeln des CSC. 

Breitensport mit Hund:
Zum Breitensport mit Hund zählen die Diziplinen Hindernislauf, Shorty,Dreikampf und der K.O.-Cup .